Eyn cleynes Bleumeleyn

Eyn cleynes Bleumeleyn war nye phuer mych,
Dyes Bluemeleyn ward ymmer schon phuer Dych!
Ych hatt es phuer Dych phluecen solln, 
Dyr auph meynen Cnyen ueberreychen, 
Dych myt Lob und Schmeychel ueberschuetten,
Um Dych werben solln.

All dyes ward nycht getan, 
Gezoegert, gezadert und Zeyt vertan!
Sprech ych dyes Zeylen ophphen aus, 
So gybts ceyn zuruec daraus! 

Nye mehr werd ych Deyn „Vater“ seyn,
Nye mehr werd ych Deyn Geld verwalten,
So bytt ych Dych Du Holde pheyn,
Lass mych Deyn edler, treuer Rytter seyn! 

Ueber Laendergrenzen, Culturen, Zeyten,
Ych werd ymmer phuer dyes Zyele streyten,
Werd um Dych werben, um Dych bytten,
Dych mit Costbarkeyten ueberschuetten. 

Ych gebe Dyr meyn ganzes Geld, 
Den Namen, Tytel, dye ganze Welt,
Lass mych Deyn Beschuetzer, NEYN,
Lass mych hyer Deyn Guenstlyng seyn.

Doch lyeg ych eynst alleyn zum Sterben nyeder
Und sytzt ceyn Weyb an meynem Bette,
War ych meyn Lebtag alleyn gewesen,
So war meyn Werben, war meyn Leben ohne Synn

Und denc voller Trauer an dyeses Bluemeleyn zuruec.
Eyn cleynes Bleumeleyn war nye phuer mych,
Dyes Bluemeleyn ward ymmer schon phuer Dych!


Weitere Hinweise zur Entstehung und zum Anlass des Minnegedichts
Dieses Gedicht wurde im Jahre 95 nach Mittal auf dem Winterfest in Moorndal, zu ehren Jasyba 
Nuc an Garesch aus Arbon, von Herrn Agwain von Waidenthal vorgetragen. 
Herr Agwain schrieb diese Zeilen ueber Monate nach einigen Vorkommissen, die er zusammen mit der jungen Knappin erlebt hatte. Es wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass er die beiden letzten Absätze nicht öffentlich vorgetragen hat, diese wurden der Redaktion auf anderem Wege "zugespielt".
Das Werben und Anhalten des Ritters um die junge Dame blieb dabei aber erfolglos, zu weit sind die Lebenswege dieser zweier Menschen voneinander entfernt, als dass sie jemals zusammenfinden koennten. Auf dem Fest gab es einige Verwicklungen daraus, da der Ritter verschiedenste Regeln des Anstands und der Etikette missachtet hatte, zumal er mit den offen vorgetragenen Zeilen nicht nur die junge Dame, sondern auch deren Rittervater und gar seinen Jarl gegen sein Vorgehen aufbrachte. Es bleibt abzuwarten, welche politischen Verwicklungen aus diesen unbedacht vorgetragenen Worten noch folgen moegen.