Das verfluchte Dorf Sarkon

 und die große Seuche ...

 

 

 

Sarkon war ein Dorf am Fuße der Feste Hohenstein. Das Dorf hatte am Aufstieg Hohnsteins Anteil, es gab regen Händlerverkehr zwischen Feste und Dorf. Händler von auswärts, die zur Burg zogen, schlugen oft in Sarkon ihr Lager auf. Die Straße zur Burg hinauf war von ihren bunten Ständen mit allerlei Waren aus vieler Herren Länder umsäumt. Es heißt, es waren die Händler, die jene Seuche einschleppten, die den Niedergang von Sarkon und später auch der ganzen Region einläutete. Keine Medizin war gegen die Krankheit wirksam, jeder Kranke war dem Tode geweiht. Die Heilkundigen fanden aber zumindest heraus, dass man sich mit feuchten Tüchern vor dem Mund wirksam gegen die Ansteckung schützen konnte. Zu spät für die Einwohner von Sarkon – die ersten starben wenige Tage nachdem sie von der Suche befallen wurden. Verzweifelt suchten die Einwohner des Dorfes Rat in den Mauern der Burg. Doch aus Angst vor der Krankheit wurden die Tore der Burg Hohnstein geschlossen. Gleichwohl vergebens. Nur wenige Tage später brach die Seuche auch auf der Hohnstein aus.

 

 

 

Die Todgeweihten aus Sarkon versuchten indes verzweifelt, jenseits der Grenzen Dros Rocks, Hilfe zu bekommen. Auch dort wurden sie abgewiesen aus Angst vor Ansteckung. Letztlich fasste man aus Angst vor den Kranken den furchtbaren Entschluss, die Hilfesuchenden zu erschlagen und auch alle anderen Kranken zu töten und ihre Ansiedlungen zu verbrennen. Dann zog eine bewaffnete Streitmacht Berittener zuerst gegen das verseuchte Dorf aus. Sie töteten innerhalb weniger Momente alle Einwohner und brannten das Dorf nieder. Von dort aus zogen sie zur Burg, retteten die noch gesunden. Alle Kranken aber sperrten sie in die Tunnel unter der Hohnstein ein, schleiften und verbrannten die Feste. Gleiches geschah in den umliegenden Gehöften. Das grausige Morden währte nicht lange. So schnell sie gekommen waren, so schnell verschwanden die Reiter wieder – die Toten ließen sie überall liegen. Seitdem sind die Feste Hohnstein, Sarkon und die umliegenden Dörfer verflucht. Nachts gehen dort Untote um, heißt es.

 

 

 

 

Anmerkungen :

 

(3. Tag des ersten Mondes 95 n.M., Lilli, Schreiberin und Chronistin des Jarls zu Dros Rock)

 

 

 

In den Schriften um die Herrschaft von Gronk 77 n.M. ist die Rede davon, dass Menschen an einer Seuche sterben. Um welche Seuche es sich handelt findet keine Erwähnung in den bislang aufgefunden Schriften.

 

Aber in der Legende heißt es, dass Sarkon wie die Feste Hohnstein danach verflucht gewesen seien. Bis 80 n.M. bis zum entscheidenden Angriff der Drow wird Hohnstein in weiteren Schriften genannt. Gleichzeitig lässt sich nicht sagen, ob Gronk die Legende nicht beachtete, als er die Burg Hohnstein 78 n.M. wieder aufbauen ließ.