Karak Dhun, das alte Zwergenreich

 

Dies sind die letzen Aufzeichnungen von Thodil Eisenarm, Sohn des Menghol, Sohn des Gondrim, Sohn des Khelgim aus der Sippe Halgors. Nun da sich meine Tage dem Ende neigen, ist keiner mehr da, dem ich diess Wissen weiterreichen könnte. Alle sind sie dahingeschieden und hinab in die goldenen Hallen gegeangen. Die Sippen Kholdrims, Ghondroschs, Dhranduns und Klondhins sind verschieden. Ich bin der Letzte aus Halgors Sippe und bald werde auch ich nicht mehr sein.

 

So habe ich mich entschieden, das Wissen meiner Sippe niederzuschreiben, auf dass es erhalten bleibe.

 

Vor drei Jahresläufen vertrieben die dunklen Alben die Menschen von hier. Vermutlich wird niemand diese Schrift je finden und doch habe ich Hoffnung, dass sie einst wiederkehren werden, dann wenn dieses Wissen wieder gebraucht wird. Die Geschichte, welche ich niederschreiben will, liegt lange zurück. So lange, dass es selbst einem Zwerg wie mir nur wie eine fantastische Geschichte erscheint. Mein Meister Dholim, welcher mich das Behüten des Wissens lehrte, sagte einmal, es wären über 30.000 Jahresläufe her, dass Folgendes geschah.

 

 

 

Einst, lange vor den Tagen der Menschen erhob sich das Reich Karak Dhun in den Bergen, welche heute die Länder Dros Rock und Aldarien durchziehen. Es war ein großes und mächtiges Zwergenreich und ihre Herrscher überall bekannt für ihren Reichtum und ihre Macht. Ihre Schmieden brachten die größten Wunder hervor und ihre Gelehrten waren die Hüter längst

 

verschollenen Wissens.Gut waren die Götter in jenen Tagen zu meinem Volk.

 

 

 

Doch waren sie nicht die Einzigen, welche das Land bevölkerten. Wesen von großer Macht zogen durch die Lande und brachten allem Tod und Vernichtung, was sich ihrer Macht nicht beugte. Sie versklavten ganze Völker, machten aus Wäldern Wüsten und erschufen aus der Steppe ein Gebirge, wenn es nach ihrem Willen war. Große Macht besaßen die Titanen. Doch eines Tages gingen sie zu weit. Sie fühlten sich den Göttern, welche diese Welt einst schufen, ebenbürtig und begehrten gegen sie auf.

 

 

 

Die Götter in ihrem Zorn griffen zu ihren Wafen und sammelten sich zum Krieg gegen die Titanen. Doch sie wußten welche Zerstörung ein solcher Krieg bringen würde und so wollten sie eine letzte Warnung an die Titanen schicken. Sie riefen Aldar zu sich. Dieser war ein Sterblicher. Er war ein einfacher Fischer und Adouye liebte ihn sehr, denn er hatte in seinem großen Herzen einen Platz für alles das lebt in dieser Welt. Sie trug ihm auf, eine letzte Warnung an ihre Feinde zu überbringen. Gehorsam machte er sich auf den Weg. Die Titanen hatten eine Festung erschaffen, welche bis in den Himmel hinaufragte. Aldar begehrte Einlass und man ließ ihn vor den Thron des obersten Titanen treten. Ihn verließ fast jeder Mut, als er die gewaltigen Gestalten sah, doch fasste er sich ein Herz und trug die Botschaft seiner Göttin vor. Der Titanen Hochmut kannte keine Grenzen und ihr Herrscher, Su'mar'tarv lachte nur, forderte die Götter erneut heraus und zerschmetterte Aldars Körper. Er nahm den Leichnam und warf ihn in die See, damit er Futter für die Fische wurde, welche er sonst gefangen hatte.

 

 

 

Doch die Fische wußten von dem Auftrag, welchen Adouye ihm gegeben hatte und so nahmen sie seinen Körper und trugen ihn in seichte Gewässer, wo er an den Strand gespühlt wurde. Hier fanden die Götter den zerschmetterten Körper und gerieten in Zorn. Sie ergriffen ihre Waffen und zogen gegen die Titanen in die Schlacht. Es war ein furchtbarer Kampf. Die Titanen wurden geschlagen, doch die Götter gaben sich damit nicht zufrieden, sahen sie doch, was diese überall angerichtet hatten. So verfolgten sie die Besiegten und brachten einen nach dem anderen zur Strecke. Alle löschten sie aus, bis auf einen. Sar'lo'tarr hieß der letzte Titan. So zornig die Götter auch waren und so grausig die Taten der Titanen, so wollten sie doch nicht den letzten seiner Art vernichten.

 

 

 

Sie berieten sich und schließlich brachten sie ihn zu meinem Volk. Ketten sollten sie schmieden. Welche, die so stark waren, dass sie Sar'lo'tarr auf ewig binden würden. So machten sie es. Die fünf Meister der Essen schufen fünf goldenen Ketten, die so mächtig und so kunstvoll waren, wie man sie nie zuvor erblickt hatte. Die Kraft von Amboß und Magie verwoben sich zu einem Gebilde von höchster Vollendung. Als sie fertig waren, banden die Götter den Titanen tief unter der Erde und schufen mächtige Anker, um diese zu halten. Nur die Sterne waren Zeuge als Sar'lo'tarr gebannt wurde und nur sie sollen zeugen vom Ende seines Schlafes. Auf ewig sollte er schlafen dort unten, auf dass seine Art nie wieder Dunkelheit über diese Welt bringen würde.

 

 

 

Die Meister der Essen hüteten fortan das Geheimnis der Anker. Sie wachten über sie und speisten Sar'lo'tarrs Schlaf. Ihre Zeit wärte lange doch auch die Zeit für einen meines Volkes endet irgendwann und als die Zeit für die Meister gekommen war, da ließen sie sich Grabmäler errichten und legten sich darnieder. Denn das Geheimnis der Anker nahmen sie mit in ihre Gräber, doch sollten diese ihre Nachfahren auf ewig daran erinnern, was sie einst getan, was die Anker, auf welche sie im Tod noch blickten, bedeuteten.

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen

 

(15. Tag des dritten Mondes 96 n.M., Aiden ui'Thallwyn Hofmagus des Jarls zu Dros Rock)

 

 

 

Dieses Schriftstück konnte aus den Händen von Dunkelalben requiriert werden. Es steht in Verbindung zu der Sage um den Titanen der das Feuer gestohlen haben soll. Selbstredend handelt es sich bei dem hier vorliegenden Text um eine Abschrift des Origials aus meiner Feder. Das Original selbst wird sicher verwahrt.