Die (zwergische) Sage von Targon

 Eine Gestalt weinte um die Titanen. Sein Name war Targon. Er war der Sohn von Tar Vin Sor, einem Titanen und Maevlin, einer menschlichen Frau. Ganz allein streifte er durch die Welt, erfuellt von Gram und Trauer.

 

Als er durch die Tiefen Waelder wanderte, wurde er einer Gestalt gewahr, welche sich in den Kraeften der Waldfrau uebte. Es war Tyrael die Andasch. Targon verbarg sich im Unterholz und beobachtete sie eine ganze Weile. Zuerst voller Argwohn und Gram, war sie doch ein Kind der Moerder seines Vaters. Doch warnicht alles schlecht was die Goetter taten und auch nicht alles gut was die Titanen jemals taten. Das wusste er, denn seine Mutter war eine gütige Frau gewesen und hatte ihn vieles gelehrt. Er beschloss sie vorerst weiter zu beobachten und so folgte er ihr viele Tage und beobachtete sie aus dem Verborgenen heraus.

 

Waren seine Absichten auch zuerst schlecht, so wandelte sich dies mit der Zeit und je laenger er sie betrachtete und beobachtete, desto mehr fielen ihm Kleinigkeiten auf, welche er mochte und schliesslich musste er sich eingestehen, dass sein Herz in Liebe zu ihr entbrannt war.

 

So fasste er all seinen Mut zusammen und offenbarte sich ihr. Er zeigte sich in all seiner goldenen Pracht und offenbarte ihr sein Wesen. Doch die Reaktion von Tyrael war nicht die erwartete. Sie floh und versuchte ihm in den Waeldern zu entkommen, erkannte sie doch was er war, ein Kind der Titanen. Doch Targon gab so schnell nicht auf, war sein Herz doch in Liebe entbrannt und so rannte er ihr nach und verfolgte sie. Er schrie ihr seine Liebe entgegen in der Hoffnung, dass sie anhalten und diese erwiedern würde.

 

Doch Tyrael empfand nichts dergleichen fuer dieses Wesen und versuchte ihm in den Waeldern der Herrin zu entkommen.

 

Schließlich wob sie einen Nebel, der sie verbarg und fuehrte ihren Verfolger so in die Irre. Sie entkam Targon, doch obwohl dieser sie nicht mehr finden konnte so ging ihm die Gestalt nicht mehr aus dem Kopf und noch weniger aus dem Herzen.

 

 

 

 

 

In seinem Herzen kannte Targon nur ein Ziel. Er wollte die Liebe dieser Frau gewinnen, welche er erblickt hatte. Doch wie sollte er sie gewinnen.

 

Er war nicht mal ein ganzer Titan. Seine Kraft reichte nicht aus, um Werke von Groesse und Macht zu erschaffen. Macht, ja das war es was alle respektierten, was alle anbeteten, so dachte Targon und in seinem Kopf reifte langsam ein Plan.

 

Er schlich sich in die Halle der Goetter und stahl ihnen die Macht des Feuers. Radild schlief einen langen Schlaf zu dieser Zeit, denn der Kampf mit den Titanen hatte ihn sehr erschoepft, so dass er viele Jahre ruhte. Nachdem Targon dies geglueckt war, legte sich der Halbtitan erneut auf die Lauer, hatte er doch Tyrael und ihre Gewohnheiten lange genug beobachtet, um zu wissen, wo er sie finden wuerde. Er fand sie und fing sie mit der Macht des Feuers ein, legte ihr lodernde Fesseln an, so dass sie fortan seine Gefangene war.

 

Dann nahm er sie mit und suchte das Letzte auf, was von dem Vermaechtnis seiner Vorfahren noch geblieben war, die Stelen, welche Sar Lo Tarr gebannt hielten. Er wuerde dieses Gefaengnis zerstoeren und sich der Macht des Titanen bemaechtigen, denn damit waere er fast den Goettern gleich. Wie koennte jemand eine Person die solche Macht besitzt nicht bewundern, wie koennte Tyrael ihn dann immer noch verschmaehen? Sie sollte Zeuge werden von seiner Ergreifung dieser Macht und dann wuerde ihr Hrz ihm gehoeren. So musste es sein, sagte sich Targon.

 

Doch als er sein Ritual vollfuehrte erschienen die anderen Andasch. Yddrasaye sandte sie aus, denn sie weiss alles, was in ihren Waeldern geschieht und so sah sie das schaendliche Vorhaben. Auf ihren Befehl hin griffen sie das goldene Wesen an und stoerten das Ritual um Tyrael zu beschuetzen und aus seinen Klauen zu befreien.

 

Doch die Kraft folgt ihren eigenen Gesetzen.

 

Zwar hatten sie das Ritual erfolgreich gestoert und Targon von seinem Treiben abgehalten, doch war das Ergebnis nicht zum Wohlgefallen der Herrin. Ein Teil von Tyrael war nun in den Stelen gefangen, zusammen mit der Macht des Titanen.

 

Targon dagegen, dessen Schicksal den Andash nicht so sehr am Herzen lag, wurde schwer verletzt. Sein Koerper wurde vollstaendig zerstoert, doch sein Geist konnte fliehen.

 

 

 

 

 

Viele viele Jahre ist dies nun schon her. Der Geist des Targon ist wieder erstarkt und waehrend die wachsamen Kraefte aus Dros Rock vertrieben wurden sammelte er Menschen um sich und baute einen Kult auf. Diese Menschen beten ihn an und sein Geist erstarkt dadurch immer weiter. Mit jeder Seele die fuer ihn betet, mit jedem Menschen, der sich ihm verspricht oder gar endgueltig fuer ihn stirbt erstarkt er weiter. Denn wer das Mal erhalten hat ist sein mit Leib und Seele.

 

Nur noch dunkle Gestalten wandern durch die Waelder und Berge Dros Rocks und so schickt er seine Gezeichneten hinaus, um nach den Stelen zu suchen. Ueberall forschen sie nach dem alten Wissen, auch verborgen in fernen Laendern, denn das Land hat sich veraendert und wo einst kahle Flaechen waren sind nun Waelder, wo einst Baeche flossen, schob sich ein berg in den Weg, sowie andere Berge zerfallen sind.

 

Doch auch die Andash ziehen durch die Lande und versuchen die vergessenen Stelen erneut zu finden. Langsam erwachen sie aus einem langen Schlaf, denn der Kampf mit Targon kostete sie Kraft und auch fuer sie ist vieles neu nach ihrem Schlaf.

 

Doch vernahmen sie den Ruf ihrer Mutter und machen sich erneut auf den Weg um Tyrael zu helfen, auf das auch der letzte der Andash wieder vervollständigt sei.

 

 

Anmerkung:

(Aiden ui Thallwyn, Hofmagus des Jarls zu Dros Rock. 97 n.M.)

Dies sind die Abschriften von drei Steintafeln, gefunden in einem Zwergengrab Ende des Jahres 96 n.M.