Vom Bann des Titanen

 

 

Einst als die Wälder noch das ganze Land von den Bergen bis zur See bedeckten lebte ein Titan. Sein Name war Targon. Er zürnte den Göttern weil sie den Menschen so wohlgesonnen waren. Sie gaben den Sterblichen das Feuer während Targon und seines Gleichen in die Finsternis verbannt worden waren um auf immer dort zu verweilen.

 

Also beschloss er die Menschen zu unterjochen und die Schrecken des Zwielichts zu ihnen zu bringen. Er schlich sich in den Hain der Götter. Eine Halle deren Wände aus riesigen Eichen besteht und deren Kronen sich fast außerhalb der Reichweite seiner Augen zu einem Dach zusammenschlossen. Dunkle Schaden zogen durch die Äste und an vielen hingen Lichter, mal heller und mal dunkler leuchtend. Jeder Sterbliche der dies erblicken dürfte, würde nur den Nachthimmel sehen mit seinen vielen Lichtern, doch vor den Augen eines Titanen öffnen sich die Geheimnisse der Welt.

 

Unter den Wurzeln eines Baumes der noch mächtiger war als die anderen fand er einen Fels, in welchen eine Höhle gegraben war. Er schlich hinein. Dem Gang folgend kam er immer tiefer in das Erdreich hinein bis er schließlich eine Kammer erreichte.

 

In der Mitte dieses aus dem Fels gehauenen Raumes brannte das ewige Feuer. Targon nahm es an sich und schlich wieder hinaus bevor jemand seiner Anwesenheit gewahr werden konnte.

 

Dann ging er hinaus in die Welt der Menschen. Mit der Macht des Feuers verbrannte er ihre Felder, ihre Wälder und ihre Häuser. Er vernichtete alles wessen er gewahr wurde, denn der Hass in ihm war groß. Alle sollten sie sterben. Sie waren eine Schöpfung der Götter und Targon hasste alles was den Göttern lieb war.

 

 

 

Es dauerte nicht lange da sahen die Götter was der Titan anrichtete. Sie sahen den Rauch und die Flammen welche alles bedeckten und da wurde ihnen der frevelhafte Raub bewußt.

 

Sie nahmen ihre Rüstungen, sie nahmen ihre Waffen und voller Zorn fuhren sie hinab zur Erde. Sie stürzten sich auf Targon und ein Kampf entbrannte. Der Titan hatte das ewige Feuer und stand dadurch der Macht der Götter in nichts nach. Tage und Wochen ging die Schlacht. Die Sterblichen versteckten sich und zitterten in ihren Behausungen. Doch einige Wesen, welche hofften von der Macht des Gewinners zu profitieren, griffen in den Kampf ein, sowohl auf Seiten der Götter, als auch auf der des Titanen.

 

Letztlich rangen sie Targon nieder und entrissen ihm die ewige Flamme. Sie warfen ihn tief hinab unter die Erde und banden ihn dort mit Ketten welche die Zwerge allein zu diesem Zwecke geschmiedet hatten.

 

Sie entrissen ihm seine Kraft, seine Magie, seinen Zorn und seinen Odem und formten daraus Siegel, welche die Ketten halten sollten.

 

Für immer sollte er so gebunden bleiben, auf das er nie wieder einen Schaden anrichten kann. Die Götter kehrten zurück in ihre Heimstätten. Nur die Herrin des Waldes blieb zurück um ihrem Dienern zu befehlen über die Menschen und auch über die Siegel zu wachen. Sie sollten das Geheimnis hüten.

 

Mit den Jahren würden die Sterblichen vergessen wer Targon war und was er einst tat und er würde schlafen auf ewig gebunden in der Finsternis.

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkungen

 

(3. Tag des ersten Mondes 95 n.M., Lilli, Schreiberin und Chronistin des Jarls zu Dros Rock)

 

 

 

Zu den Sagen um den Titan findet man zwei verschiedene Niederschriften. In einer wird der Kampf mit dem Titan und wie es dazu kam genauer beschrieben. Die zweite besagt, beschreibt die Geschehnisse nur kurz und besagt eher, was danach geschah. So heißt es, es wird die Stammburg Dros Rock auf dem Gefängnis gebaut. In weiteren Schriften wird beschrieben, dass diese Burg sowie die Feste Hohnstein weit vor der heutigen Zeitrechnung zerstört werden. Erst 77 n.M. wird die Stammburg wieder unter der Herrschaft Gronks genannt.

 

Neuerliche Anmerkung

(20 Tag des 3ten Mondes im Jahre 97n.M., Aiden ui'Thallwyn Hofmagus des Jarls zu Dros Rock)

Die jüngsten Funde zwergischen Schrifttums über die Histroica Dros Rocks insbesondere zu Karak Dhun und dem Krieg der Götter gegen die Titanen legen den Schluss nahe, dass sich die hier vorliegende Sage um eine durch vielfache Weitererzählung verfälschte Version der Ereignisse handelt. Sucher nach Wissen seihen daher angehalten die Legende des alten Zwergenreiches Karak Dhuns zu studieren, um eine wahrscheinlichere Erzählung der Ereignisse um die Titanen und Targon zu erlangen.